Spurensuche am Klausenpass

Klausenpass Bild

Der Klausenpass verbindet die Kantone Glarus und Uri. Aber er ist weit mehr als ein Ost-West-Übergang. Er ist ein Mythos.

Das Klausenrennen war in der Pionierzeit des Automobils das populärste, längste und schwerste Bergrennen der Welt. Keine andere Strecke faszinierte die besten Motorrad- und Autorennfahrer stärker. Bis zu 30‘000 Zuschauer säumten die 21,5 Kilometer lange Naturstrasse, die von Linthal über 1237 Höhenmeter und durch 136 Kurven zur Passhöhe hinaufführte.

Zwischen 1925 und 1929 nahm der Gründer der heutigen Emil Frey AG viermal am Klausenrennen teil. 1925 kaufte der 27-jährige Mechaniker in England ein Sportmotorrad der Marke Sunbeam, dem er in der eigenen Werkstatt 20 Prozent mehr Leistung abrang. Erst richtig konkurrenzfähig wurde die Maschine jedoch durch ein Benzingemisch, das Emil Frey selbst ausgetüftelt hatte. Zur Rezeptur gehörten Benzol, Pikrinsäure, Äther und Rizinusöl, wie er Jahrzehnte später in einem Interview mit der Memorial-Revue 1993 verriet. Darin erklärt Emil Frey auch seine Motivation für den Rennsport: «Da ich anfänglich immer knapp bei Kasse war und für meine englischen Motorräder nicht gross Werbung machen konnte, musste ich mir anderweitig einen Namen schaffen. Und dazu dienten eben die Rennen. Erst die rennsportlichen Erfolge machten mich weitherum bekannt und festigten so das Vertrauen der Kunden in die Qualität meiner Produkte.»

Mit 19.01,4 Minuten erzielte Emil Frey 1927 in der Halbliterklasse auf einer englischen H.R.D. bei den Profis Bestzeit. Den Siegerpokal erhielt er vor dem Telldenkmal in Altdorf überreicht.

Ganz ohne Rekordabsichten sind wir mit zwei Oldtimern aus der Emil Frey Sammlung am Klausenpass unterwegs. Hinter dem filigranen Lenkrad eines umwerfend schönen Jaguar E-Type Roadster 3,8 Liter, Serie 1, von 1964 lässt es sich dem Mythos Klausenrennen genussvoll nachspüren. Begleitet wird die Sportwagen-Ikone von einem flotten apfelgrünen Toyota Celica ST mit Baujahr 1972.

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