Bis 1988 wurde der V8 (teilweise auch als Vantage-Ausführung) gebaut, dann erfolgte die Ablösung durch den “Virage”. Dieser wies ein deutlich kantigeres Design auf, unter dem Blech aber fand sich weitgehend die verbesserte Technik des Vorgängers. Sogar die De-Dion-Hinterachse überlebte den Modellwechsel und wurde entsprechend noch ein weiteres Jahrzehnt verbaut.
Zum Virage gesellte sich 1992 der Vantage, der sich sowohl optisch als auch technisch vom Bruder unterschied. Front und Heck hatten ein deutliches Restyling erfahren, der V8-5,3-Liter-Motor erhielt zwei Eaton-Kompressoren und leistete nun 558 PS.
Keine halbe Portion
Satte 2015 kg wog ein Aston Martin Vantage, als er 1997 von Auto Motor und Sport getestet wurde. Doch die 745 Nm (bei 4000 Umdrehungen) und 557 PS (bei 6500 Umdrehungen) sorgten trotzdem für standesgemässen Vortrieb. 5,2 Sekunden reichten für den Sprint von 0 auf 100 km/h, als Spitze wurden 281 km/h gemessen. Mit 19,1 Liter Super Testverbrauch auf 100 km war der Aston nicht gerade mustergültig sparsam, aber auch kein grenzenloser Säufer.
Kein Vergleichstestsieger
Gegen die Konkurrenz aus Detroit oder Maranello hatte der Aston aber trotz leistungsmässigen Vorteilen kaum einen Stich, wenn objektive Kriterien herangezogen wurden. Ein Ferrari F550 Maranello beschleunigte besser, war in der Spitze 36 km/h schneller und wedelte 20 km/h schneller durch die Slalom-Pylonen. Im Vergleichstest gegen Chevrolet Corvette, Dodge Viper und Ferrari F550 landete der Aston daher auf dem letzten Platz, nur gerade im Karosseriekapitel konnte er mit dem Ferrari gleichziehen.
Aber solche Vergleichsergebnisse liessen wohl die typischen Käufer eines Vantage kalt, denn weder Tom Cruise noch Prince Charles hätten wohl eine Corvette dem klassisch eleganten Aston Martin vorgezogen. Dessen Interieur, für das mindestens 11 skandinavische Rinder ihre Haut lassen mussten, strotzte nur so von britisch-klassischem Stil. Alles war von Hand angefertigt, von Meistern ihres Fachs und nicht in Stunden sondern in Wochen. Da trübten selbst Grossserienteile von Ford oder GM nicht über den gediegenen Eindruck hinweg. Wer es sich leisten konnte, der fuhr als Gentleman einen Aston und keine Corvette.
An fehlender Leistung lag es zwar kaum, dass sich ein Aston Martin Vantage gegen einen Ferrari 550 Maranello nicht durchsetzen konnte, trotzdem rüsteten die Jungs aus Newport/Pagnell nach.
V550 und V600
Ab 1998 konnten Aston-Martin-Kunden ihren Vantage zurück ins Werk bringen und die V600-Leistungskur ordern. Für rund £ 20’000 stieg dann die PS-Zahl auf 608 beim 6200 U/min, während das Drehmoment nun satte 813 Nm betrug.